Lügner!

Autor: Heiko Beck

05 Dezember 2009

Ich war unglücklich darüber, wie die Menschen auf der Straße miteinander umgehen bzw. nicht miteinander umgehen, wie viele nur auf Äußerlichkeiten achten und dabei, mich eingeschlossen, immer mehr vereinsamen. Ich traute mich nicht mehr meine ehrlichen Gedanken und Gefühle zu äußern, sondern nur das, was man gelernt hat gut ankommt. In dieser Zeit habe ich für mich auch verstanden, dass mein eigenes Glück sehr eng mit dem der mir umgebenen Menschen verbunden ist. Am besten geht es mir immer, wenn es meinem Umfeld gut geht und wie schön ist es für mich, wenn ich einen kleinen Teil dazu beitragen kann.

Das war eigentlich der Start von „Dies ist keine Übung!“ und dem Arbeiten im öffentlichen Raum. Ich wollte selbst etwas in die Hand nehmen und eben kommunizieren, was mich beschäftigt. Mich dabei frei machen von den gesellschaftlichen Vorgaben, meinem „Lebenslauf“ und dem, was man tun muss um „erfolgreich“ zu sein.

Klar, ich würde gerne etwas verändern und bin auch der Meinung, dass etwas in den Köpfen wachgerüttelt werden muss, sich einmal wieder auf die wesentlichen zwischenmenschlichen Dinge zu konzentrieren. Doch gehen mir meine Aktionen und Installationen im öffentlichen Raum eher darum, den Menschen diesen Lebensraum wieder bewusster wahrnehmbar zu machen.

Wenn ich überhaupt etwas zerstören will, dann die Trägheit und Gefangenheit der Menschen in Ihrer Gesellschaft, der Öffentlichkeit und vor allem natürlich dadurch in sich selbst.

Ich sehe mich als sensibler Romantiker, der einfach gerne mehr Miteinander, Hilfsbereitschaft, Zusammengehörigkeitsgefühl, Vertrauen, Nächstenliebe etc. zwischen den Menschen sehen würde. Aus diesem Grund will ich den Menschen auf der einen Seite Mut machen und auf der anderen Seite auch kleine positive Dinge mit auf den Weg geben, die sie im Idealfall ein ganz kleines bisschen mehr an sich glauben lassen. Dabei auch zeigen, was man alles durch Eigeninitiative für sich und sein Umfeld positiv verändern kann.